Enduro (Alb) Traum Albanien

12.06.2015

Gestern Abend habe ich mich noch mit zwei Jungs unterhalten die die Strecke durch den Nationalpark Teth bis Shkoder schon gefahren sind. Ihren Angaben zufolge ist die Strecke recht einfach zu fahren, selbst mit Gepäck. 90 km offroad sind schon eine Ansage. Da ich einen Tag länger als geplant auf dem Campingplatz bleibe mache ich meine Koffer ab. Eine gute Entscheidung wie sich noch herausstellen wird. Das erste Stück nach Teth ist frisch asphaltiert und richtig schön zu fahren. Oben angekommen erreicht man einen Parkplatz und von hier geht es über Schotterpiste in den Nationalpark. Recht entspannt erreiche ich den Eingang zum Park, gönne mir erst mal einen Kaffee und denke noch “ Das wird ein richtig schöner offroad Tag“.

Mit jedem Kilometer den ich in den Park hineinfahre wird sie Strecke anspruchsvoller. Steile Auffahrten mit felsigem Untergrund, auf dem man keinen Grip hat und kleine Bachüberquerungen. Anfangs nehme ich das alles noch locker, aber nach drei Stunden Fahrt in der prallen Sonne merke ich das es verdammt anstrengend ist. Ich stelle das Motorrad ab und merke wie mein Kreislauf in den Keller sackt. Mein Herz pumpt als wäre ich gerade 100 Meter gesprintet. Schnell suche ich mir ein schattiges Plätzchen und lege mich hin. Hier bin ich wohl das erste Mal richtig an meine Grenze gestoßen. Nach einer halben Stunde fühle ich mich wieder besser und werfe einen Blick auf die Karte. Scheiße, ich habe noch nicht mal die Hälfte der Strecke geschafft. Langsam wird mir etwas mulmig und ich bin mir nicht sicher ob ich das schaffe. Nachdem ich das Gore Tex aus der Jacke geknöpft habe fahre ich weiter. Unterwegs treffe ich einen Geländewagen mit Einheimischen und frage ob das der richtige Weg nach Shkoder ist. Sie lachen und bejahen meine Frage. Ab hier wird die Strecke noch schlimmer, felsiger Untergrund, steile Auffahrten und manchmal komme ich mir vor als würde ich eine Treppe hoch und runter fahren. Manchmal denke ich “ Das geht niemals gut „. Aber drehen und zurück fahren ist keine Option und hier am Berg auch unmöglich. Also ordentlich Gas geben, Augen zu und durch. Irgendwie schaffe ich es immer wieder die Karre aufrecht zu halten und mich nicht abzulegen. Ich weis ehrlich nicht ob ich es alleine geschafft hätte die über 200 kg alleine am Berg wieder aufzuheben.

 Nach insgesamt 8 Stunden Fahrt erreiche ich völlig fertig die Straße und bin heilfroh das ich ohne Schaden an Gesundheit und Material hier wieder rausgekommen bin. Rückblickend war es aber eine geile Erfahrung und ich würde die Strecke auf jeden Fall wieder fahren, aber nie mehr alleine.

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2 Antworten auf „Enduro (Alb) Traum Albanien“

  1. Hallo!

    Tolle Fotos und Reiseberichte, die du wieder eingestellt hast. Hatte auch eine GoPro dabei, war aber unfähig, den Fotomodus vernünftig einzustellen. Ist halt eine alte Cam, die ich schon ewig nicht mehr benutzt habe. Bin heute morgen aus Nordfrankreich zurück. Mieses Regenwetter, 14° und unverschämte Preise. Außerdem war mein Hinterreifen bei Regen UN-fahrbar. Als erstes fand ich einen Brief der Versicherung…meine grüne Versicherungskarte, die ich kurzfristig VOR der Reise abholen wollte, ist per Post gekommen….. „super“ Service!
    Viel Glück bei der Reise, mach viele Fotos und Reiseberichte, ich werde sie mir ansehen! 😉

  2. Hallo Dirk, so wie Du Dich hier in Albanien gefühlt hast, habe ich mich auf Kreta auch gefühlt. Da sind wir Offroad auch solche Strecken gefahren. Das war kein Schotter mehr sondern „kleine Felsbrocken“. Die XT 660 hat gut durchgehalten. Einmal hab ich sie weg geschmissen. Danach musste ich mit dem halben Kupplungshebel weiter fahren. Mir ist zum Glück nichts passiert. Spass hat es gemacht, aber ich war auch jeden Abend froh wieder heil im Hotel angekommen zu sein. Dir weiter viel Spass.

    Grüße Frank

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